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Der
"Nova Scotia Duck Tolling Retriever" ist der Kleinste und Wendigste
unter den sechs Retrieverrassen.
Er ist intelligent, gelehrig, aufmerksam und sehr ausdauernd bei der Arbeit.
Dieser kleine Retriever stammt von der neuschottländischen Halbinsel
"Nova Scotia". Womit schon der erste Teil
des Namens erklärt wäre.
Man vermutet, dass diese Rasse aus den ehemals dort lebenden Indianerhunden
entstand, die von den eingewanderten Schotten mit Cocker, Setter und Collie
gekreuzt wurden.
Die Jagdmethode ist ganz einfach: Der Jäger versteckt sich im Dickicht
und der Hund rennt und springt (durch den Jäger animiert) freudig
wedelnd am Ufer eines Gewässers entlang und erweckt so die Neugierde
der Enten und Gänse. Wenn diese nahe genug am Ufer sind, tritt der
Jäger aus seinem Versteck, die Vögel fliegen auf und werden
erschossen. Auf Kommando apportiert nun der Hund die Vögel aus dem
Wasser.
Hieraus erklärt sich nun der Rest des Namens. Duck Tolling bedeutet
Enten anlocken und Retriever, wie die Meisten wahrscheinlich wissen, Apportierhund
Es handelt sich also um einen "neuschottländischen, Enten anlockenden
Apportierhund".
Um den langen Namen etwas abzukürzen wird der Nova Scotia Duck Tolling
Retriever auch kurz "Toller", "Nova" oder "Duck
Toller" genannt.
Aussehen
Haarkleid
wasserabweisend
mittellang und weich mit dichter Unterwolle
leichte Wellen auf dem Rücken erlaubt
Farbe
verschiedene Rot- und Orangeschattierungen
Befederung und Unterseite der
Rute etwas heller
Meistens ist eine der folgenden weissen Farbmarkierungen vorhanden:
Rutenspitze, Pfoten, Brust oder Blesse. Wobei beim Fehlen eines dieser
Abzeichen der Hund nicht geringer bewertet werden darf.
Die Pigmentierung der Nase, Lefzen und Augenränder soll fleischfarben,
Ton in Ton mit der Farbe des Haarkleides oder schwarz sein.
Augen: bernsteinfarben oder braun
Grösse und Gewicht
Rüden > 18 Monate: ideal 48-51 cm Schulterhöhe / 20-23 kg
Hündinnen > 18 Monate: ideal 45-48 cm Schulterhöhe / 17-20
kg
Das Gewicht sollte immer im Verhältnis zur Grösse und Knochenstärke
stehen
Beschreibung
Der Toller wurde 1945 als Rasse anerkannt und im Jahr 1981 von der FCI
(Federation Cynologique Internationale) übernommen.
Er ist ein mittelgrosser, kraftvoller und kompakter Hund. Mit grosser
Ausdauer, Flinkheit, Wachsamkeit und Entschlossenheit. Stets bereit zu
arbeiten und dann mit einem "Lächeln" im Gesicht. Wie bereits
erwähnt, wurde der Toller gezüchtet, um Wasserwild anzulocken
und nach dem Schuss zu apportieren, deswegen
darf nie vergessen werden, dass er eigentlich ein Jagdhund ist.
Seinem Menschen gegenüber zeigt er einen absoluten "will to
please", d. h. er tut (meistens) alles, um seinem Herren zu gefallen.
Manchmal jedoch auch etwas stur, kann er einem schon mal den letzten Nerv
rauben. Man muss lernen den Toller zu verstehen, denn er ist anders als
andere Hunde. Nur dann wird man wundervolle Jahre mit einem solchen Tier
verbringen können.
Fremden gegenüber ist er reserviert und lässt sich nicht von
jedem anfassen. Man muss sich sein Vertrauen erst verdienen. Durch sein
angeborenes Misstrauen ist er auch ein guter Wachhund, der jedoch nicht
bissig ist.
Auf keinen Fall ist der Toller für die Zwingerhaltung geeignet und
sollte immer Familienanschluss haben. Er braucht Leute, die gerne viel
unternehmen und ihn artgerecht beschäftigen können. Mit einer
Runde um den Block oder mit einem grossen Garten, wird sich der Toller
nicht zufrieden geben.
Bietet man ihm nicht die entsprechende Beschäftigung, wird er sich
selbst beschäftigen (Gegenstände zernagen / Tapete abkauen /
Türrahmen zerkratzen / Kissen oder Decken zerreissen / u.V.m.) und
das ist sicher nicht im Interesse des Besitzers.
Toller sind auch sehr gut zu Mehreren zu halten und verstehen sich auch
mit anderen Haustieren.
Noch ein letzter Satz zum Abschluss: Der Toller ist kein "kleiner
Golden", wie von Vielen oft vermutet wird. Man darf sich nicht von
seinem hübschen Aussehen und seiner hinreizenden Art täuschen
lassen. Halten Sie sich immer vor Augen, dass es ein Arbeitshund ist,
der "nur" als Familienhund nicht glücklich wird.
Rassestandard
FCI-Standard No 312
Ursprungsland: Kanada
Allgemeines Erscheinungsbild
Der Toller ist ein mittelgroßer, kraftvoller, kompakter, harmonisch und
gut bemuskelter Hund, Knochensubstanz mittel bis kräftig, mit einem hohen
Maß an Flinkheit, Wachsamkeit und Entschlossenheit. Viele Toller zeigen
einen etwas traurigen Ausdruck, bis sie an die Arbeit gehen; sodann wechselt
ihr Aussehen zu intensiver Konzentration und Erregung. Bei der Arbeit
zeigen die Toller eine schnelle, hetzende Aktion, wobei der Kopf fast
in einer Ebene mit der Rückenlinie und der sich ständig bewegenden Rute
ist.
Wesen
Der Toller ist sehr intelligent, sehr gelehrig und hat große Ausdauer.
Als starker und befähigter Schwimmer ist er ein talentierter und zuverlässiger
Apporteur zu Wasser und zu Land, jederzeit bereit, schwungvoll zu agieren,
sobald auch nur das geringste Anzeichen zur Notwendigkeit des Apportierens
gegeben ist. Sein ausgeprägter Apportiersinn und sein Spieltrieb sind
die unentbehrlichen Grundlagen für seine Fähigkeit, Enten anzulocken.
Anmerkung: Ein Toller ist nicht unbedingt ein Hund für Erstlingshundeführer,
wie oft in der Fachliteratur beschrieben. Da er sehr sensibel ist, aber
trotzdem eine konsequente und liebevolle Erziehung braucht, muss ein fundiertes
Fachwissen über diese Rasse vor der Anschaffung vorhanden sein.
Größe/Gewicht
Idealgröße für einen Rüden von mehr als 18 Monaten sind 48-51 cm, für
eine Hündin von mehr als 18 Monaten 45-48 cm Schulterhöhe. Bis zu 3 cm
mehr oder weniger als das Idealmaß sind statthaft. Das Gewicht sollte
im Verhältnis zur Größe und Knochenstärke stehen. Für einen erwachsenen
Rüden gilt 20-23 kg, für eine erwachsenen Hündin 17-20 kg.
Anmerkung: Toller gibt es auch wesentlich größer oder kleiner
als im Rassestandard beschrieben, ideal wäre nach kanadischen Maßstäben
für einen Rüden 48-49 cm und für eine Hündin 46 cm Schulterhöhe.
Haarkleid und Farbe
Der Toller wurde gezüchtet, um aus eisigem Wasser zu apportieren; er muss
ein wasserabweisendes, doppeltes Haarkleid haben. Dieses ist mittellang
und weich mit einer noch weicheren, dichten Unterwolle. Das Haarkleid
darf eine leichte Wellung auf dem Rücken aufweisen, ist ansonsten aber
immer glatt. Manchmal findet man beim Winterfell lange, lockere Wellen
im Kehlbereich. Die Befederung an Kehle, hinter den Ohren und an den Hinterseiten
von Ober- und Unterschenkel ist weich, die Vorderläufe sind mäßig befedert.
Die Farbe besteht aus verschiedenen Schattierungen von rot oder orange,
wobei die Befederung und die Unterseite der Rute farblich heller sind.
Gewöhnlich ist mindestens eine der folgenden weißen Farbmarkierungen vorhanden:
Rutenspitze, Pfoten (jedoch nicht höher reichend als bis zum vorderen
Mittelfuß), Brust und eine Blesse.
Anmerkung: Das endgültige Haarkleid hat ein Toller erst mit ca.
18 Monaten, auch die Farbe kann bis dahin noch erheblich nachdunkeln.
Ein regelmäßiges Trimmen der Pfoten und Behänge ist erforderlich, nicht
aber der Rute!
Ein Toller, der ansonsten von einer hohen Qualität ist, darf nicht allein
wegen des Fehlens eines weißen Abzeichens geringer bewertet werden. Die
Pigmentierung der Nase, der Lefzen und der Augenränder soll fleischfarben,
Ton in Ton mit der Farbe des Haarkleides oder schwarz sein.
Anmerkung: Die Farbschattierungen variieren sehr viel stärker
als im Rassestandard angegeben. Es gibt sehr helle orangefarbene Toller,
die fast schon gelb zu nennen sind. Welpen oder junge Toller können auch
anfangs sehr hellrot sein, und dann mit zunehmendem Alter wesentlich nachdunkeln.
Kopf
Der Kopf ist gut gemeißelt und etwas keilförmig.
Schädel
Der breite Schädel ist nur leicht gerundet, das Hinterhauptbein nicht
hervortretend, ohne deutliche Backenbildung, ein gutes Maß für einen durchschnittlichen
Rüden ist 14 cm Abstand zwischen den Ohren, diese Breite verjüngt sich
auf ca. 4 cm am Ende des Nasenbeins. Die Länge des Kopfes beträgt ca.
23 cm von der Nase bis zum Hinterhauptbein. Auf jeden Fall muss der Kopf
in richtiger Proportion zum Körper stehen. Der Toller hat einen mäßigen
Stop.
Der Fang verjüngt sich in einer klaren Linie vom Stop zur Nase, wobei
der Unterkiefer kräftig ist, doch nicht deutlich hervortritt. Die untere
Linie des Fanges verläuft in einer nahezu geraden Linie von der Vorderkante
der Lefze zur Hinterkante des Kieferknochens, wobei die Tiefe des Fanges
in Höhe des Stops größer ist als an der Nase.
Das Haarkleid am Fang ist kurz und fein. Der Nasenschwamm verjüngt sich
vom Nasenbeinknochen zur Spitze, mit gut geöffneten Nasenlöchern. Die
Nasenfarbe sollte in Einklang mit der Farbe des Haarkleides oder schwarz
sein.
Fang
Lefzen recht dicht anliegend, im Profil mit einer leichten Kurve, jedoch
ohne schwere Belefzung. Das korrekte Gebiss ist das Scherengebiss, ein
komplettes Gebiss ist vorgeschrieben.
Die Kiefer sind kräftig genug, um einen größeren Vogel tragen zu können,
die Weichheit des Fangs ist unentbehrlich.
Augen
Die Augen sind gut voneinander entfernt, mandelförmig und von mittlerer
Größe. Die Augenfarbe ist bernsteinfarben oder braun. Der Ausdruck ist
freundlich, aufmerksam und intelligent. Die Umrandung der Augen sollte
der Farbe der Lefzen entsprechen.
Anmerkung: Welpen haben zuerst immer blaue Augen, die sich mit
dem Älterwerden farblich bis ins Braune verfärben. Dunkelblaue Augen werden
meistens auch dunkelbraun.
Behang
Die Ohren sind dreieckig, mittelgroß, hoch und weit hinten am Schädel
angesetzt, dabei am Ansatz sehr leicht angehoben, gut befedert am hinteren
Teil der Faltung, kurzes Haar an den abgerundeten Spitzen.
Anmerkung: Sogenannte eingerollte Ohren (Rosenohren) sind bei
Tollern nicht selten.
Hals
Der Hals ist stark bemuskelt und gut aufgesetzt, von mittlerer Länge ohne
geringste Andeutung von loser Kehlhaut.
Anmerkung: Häufig haben Toller einen zu kurzen Hals, was dem
ganzen Hund ein gedrungenes Aussehen verleiht.
Vorhand
Die Schultern sollten muskulös sein, das Schulterblatt schräg zurück und
gut gelagert, damit verbunden ein ausgeprägter Widerrist, der in einen
kurzen Rücken übergeht. Schulterblatt und Oberarm sind ungefähr gleich
lang. Ellenbogen dicht am Körper anliegend, weder aus- noch eindrehend,
sie bewegen sich frei und gleichmäßig. Die Vorderläufe sehen wie zwei
parallel stehende Pfeiler aus, gerade und starkknochig. Vordermittelfuß
kräftig und etwas schräg stehend. Die mit kräftigen Schwimmhäuten versehenen
Pfoten sind von mittlerer Größe, geschlossen und rund, mit gut aufgeknöchelten
Zehen und dicken Ballen. Die Wolfskrallen dürfen entfernt werden.
Gebäude
Tiefer und gut gewölbter Brustkorb, das Brustbein reicht bis zu den Ellenbogen.
Der Rücken ist kurz und gerade, die obere Linie eben, die Lendenpartie
kräftig und muskulös. Der Rippenkorb ist gut gewölbt, weder fassförmig
noch flach. Mäßig aufgezogene Bauchlinie.
Hinterhand
Muskulös, breit, gerade und parallel. Vor- und Hinterhandwinkelung ausgeglichen.
Die Schenkel sind sehr muskulös, wobei Ober- und Unterschenkel etwa gleich
lang sind. Kniegelenke gut gewinkelt, Sprunggelenke tief stehend, sie
drehen weder ein noch aus. Afterkrallen dürfen nicht vorhanden sein.
Rute
Die Rute folgt in der Verlängerung der sehr leicht abfallenden Kruppe;
sie ist breit am Ansatz, üppig und stark befedert und reicht mit dem letzten
Schwanzwirbel mindestens bis zum Sprunggelenk. Die Rute darf unterhalb
der Rückenlinie getragen werden, außer für den Fall, dass die Aufmerksamkeit
des Tollers erregt wird. Dann wird die Rute hoch und gekrümmt getragen,
den Körper darf sie jedoch niemals berühren.
Bewegung
In der Bewegung vermittelt der Toller den Eindruck von Kraft, ist schwungvoll
und unbeschwert. Er zeigt viel Vortritt und starken Schub. Die Pfoten
sollten weder ein- noch ausdrehen. Die Läufe bewegen sich in einer graden
Linie. Wenn die Schrittfolge schneller wird, sollte der Toller schnüren
(pfoteneng auf einer Linie laufen), die Rückenlinie bleibt dabei eben.
Fehler
(Die Bewertung sollte genau im Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen)
Rückbiss
- Rute zu kurz, Rute geknickt oder über den Rücken gerollt
mit Berührung des Rückens.
- Fehlende Substanz bei einem ausgewachsenen Toller
- divergierende oder konvergierende Kopflinie (Dish-
oder Down Face)
- abrupter Stop
- große, runde Augen
- Nase, Augenränder und Augen nicht in vorgeschriebener
Farbe, deutliche Rosafärbung der Nase
- gespreizte oder dünne Pfoten, durchgetretener Vordermittelfuß
- offenes Haarkleid,
- gekrümmter - oder Senkrücken
- schlaffe Lendenpartie
- Rute in der Bewegung unterhalb der Rückenlinie getragen
Disqualifizierende Fehler
Weiß in der Schulter, um die Ohren, auf der Rückseite des Halses, über
dem Rücken oder an den Flanken.
Silbernes Haarkleid, grauer Anflug im Haarkleid, schwarze Stellen im Haarkleid.
Unzureichende Schwimmhäute zwischen den Zehen. Vorbiss, Kreuzbiss.
Bei erwachsenen Hunden jegliches Anzeichen von Scheuheit. Wechselnase,
Rückbiss größer als 3 mm. Jede andere Schattierung als von rot und orange.
Anmerkung: Rüden sollten zwei offensichtlich normal entwickelte
Hoden aufweisen, die sich vollständig im Skrotum befinden.
Bei männlichen Welpen sind die Hoden manchmal im Alter von acht Wochen
kaum zu sehen, häufig steigen sie später ab. Sind sie allerdings mit 10-12
Wochen noch nicht zu erfühlen, sollte der Tierarzt für Aufklärung sorgen." |