|
Die
Retriever unserer Zeit
Die Retriever unserer Zeit werden nicht mehr nur zur Jagd eingesetzt.
Die guten Eigenschaften, auf denen ihre jagdliche Brauchbarkeit beruht,
machen sie auch besonders geeignet für eine Reihe anderer Aufgaben.
So haben Retriever hervorragende Leistungen bei Berg- und Lawinenunfällen
erbracht, man findet sie verstärkt in den Katastrophenhundestaffeln für
Einsätze nach Erdbeben, und sie werden mit großem Erfolg als Spürhunde
für Suchtgift und Sprengstoff eingesetzt.
Auch in Österreich werden hauptsächlich Retriever als Partnerhunde für
Behinderte und Kranke ausgebildet. In den anglo-amerikanischen Ländern
findet man Labrador und Golden Retriever am häufigsten als Blindenführhunde.
Obwohl als Gebrauchshund gezüchtet, führt heute die Mehrzahl aller Retriever
eher das Dasein eines reinen Familienhundes. Ihre freundliche Art, ihr
ausgeglichenes Wesen, ihr ruhiges Verhalten im Haus, ihre Weichmäuligkeit
(die Fähigkeit, Gegenstände behutsam aufzunehmen und zu tragen) macht
sie zu angenehmen Hausgenossen und ungefährlichen Spielkameraden für Kinder.
Der sprichwörtliche "will to please" (der Wunsch, es seinem
Führer recht zu machen) erleichtert die Ausbildung. Retrieverbesitzer
sollten sich aber bewusst sein, dass ihr Hund für ein aktives Leben voller
Aufgaben gezüchtet wurde, und deshalb auch dem "Nur-Familienhund"
eine retrievergerechte Ausbildung ermöglichen. Retriever werden es durch
die volle Entfaltung ihres wunderbaren Wesens danken.
Bei der FCI werden die Rassestandards von 6 Retriever-Rassen geführt und
auf Ausstellungen innerhalb der FCI-Gruppe VIII, Apportier-, Stöber- und
Wasserhunde gerichtet.
Golden Retriever
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist der
Golden Retriever aus Kreuzungen von goldfarbenen Wavy-Coated Retrievern
mit Water Spaniels, einem Irish Setter und einem sandfarbenen Bluthund
hervorgegangen. Erst im Jahr 1913 wurde der Golden als gesonderte Retriever-Rasse
anerkannt.
Der Golden gilt als freundlicher, lebhafter und zugleich zutraulicher
Hund. Durch sein ausgeglichenes Wesen und seiner Anpassungsfähigkeit ist
er vor allem als treuer Familienhund beliebt. Seine Arbeitsfreudigkeit
und sein ausgezeichneter Apportiertrieb kennzeichnen seine Eignung aber
auch für den Jagdbetrieb.
Schädel mit ausgeprägtem Stop, muskulöser Hals, tiefer, gut gewölbter
Brustkorb gehören zum typischen Erscheinungsbild dieses Retrievers. Bei
seinen Freunden wird zudem das langhaarige, glatte oder auch leicht gewellte
Fell mit guter Befederung - in Farben von gold bis creme variierend -
hervorgehoben. Die Schulterhöhe bei den Hündinnen beträgt 51 bis 56 cm,
bei den Rüden 56 bis 62 cm.
genaue Rassebeschreibung
Rassestandard
Labrador Retriever
Der Labrador wurde erst 1905 als weitere Retriever-Rasse anerkannt. Wegen
seiner Ausgeglichenheit, seiner
vorzüglichen Nase und seiner Wasserfreudigkeit ist er als Jagdhund sehr
geschätzt. Sein freundliches Wesen und seine stets "humorvolle"
Spielfreude machen ihn auch zum Familienhund.
Der Labrador ist ein kräftig gebauter, muskulöser und sehr aktiver Hund.
Der breite Schädel zeigt einen ausgeprägten Stop. Die mittelgroßen Augen
sind braun oder haselnussfarben. Starker Hals, breiter, tiefer Brustkorb
und gedrungener, gerader Rücken, sowie die sogenannte "Otterrute"
gehören zu den weiteren typischen Kennzeichen. Die ideale Schulterhöhe
liegt zwischen 54 und 57 cm. Das kurze, stockhaarige Fell mit dichter,
wasserabstoßender Unterwolle hat die Farben schwarz, gelb und tiefbraun.
genaue Rassebeschreibung
Rassestandard
Flat-Coated Retriever
Dieser Retriever wurde um das Jahr 1850 zum ersten
Mal gezüchtet. Außer dem Neufundländer waren vermutlich noch Setter, Sheepdogs
und Water Spaniels an der Entstehung der Rasse beteiligt. Der Standard
wurde erstmals 1885 in England aufgestellt.
Der Flat-Coated ist ein aufgeweckter, selbstsicherer und freundlicher
Retriever. Zugleich sagt
man ihm auch eine gewisse Sensibilität nach. Ob als Familienhund oder
als Jagdbegleiter - seine typischen Wesensmerkmale machen ihn zu einem
treuen Freund.
Er ist mittelgroß - bevorzugte Schulterhöhe 56 bis 61 cm - und kräftig,
soll aber weder schwerfällig noch übertrieben schlank wirken. Seine elegante
Erscheinung wird durch den langen, flachen Kopf von mittlerer Breite mit
einem leichten Stop in Augenhöhe betont. Die Augen sind mittelgroß, dunkelbraun
oder haselnussbraun. Das schwarze bzw. leberfarbene Haarkleid des Flat
ist glatt, mittellang und dicht, mit einer Befederung an den Läufen und
der Rute.
genaue Rassebeschreibung
Rassestandard
Chesapeake Bay Retriever
Der Ursprung dieser in den USA beheimateten Retriever-Rasse
geht auf Neufundländer zurück, die späterhin mit Wasser-Spaniels, wahrscheinlich
aber auch mit Settern und anderen Jagdhunderassen gepaart wurden.
Der Chesapeake wird als intelligent,
arbeitsfreudig und furchtlos beschrieben. Außerdem sagt man ihm ein aufgewecktes
und fröhliches Wesen nach, das zugleich mit mutigen Wach- und Schutzhundeigenschaften
kombiniert ist. Seine Zuneigung konzentriert sich häufig auf eine Bezugsperson.
Der Chesapeake ist ein wohlproportionierter, kräftiger Hund mit Schulterhöhen
zwischen 53 und 66 cm. Der Kopf ist breit, mit wenig ausgeprägtem Stop.
Die weit auseinanderstehenden Augen sind bernsteinfarben, der Fang ist
lang und breit, sich zur Nase verjüngend.
Das Haarkleid des Chesapeake - in jeder Farbtönung von rotbraun bis strohgelb
anzutreffen - ist sein besonderes Rassemerkmal. Fetthaltiges rauhes Oberhaar
und dichte Unterwolle sind von größter Bedeutung, denn sie halten das
Wasser von der Haut des Hundes fern und beschleunigen das Austrocknen.
Das Haarkleid dieses Retrievers sollte ebenso wasserabstoßend sein, wie
die Federn einer Ente.
genaue Rassebeschreibung
Rassestandard
Curly-Coated Retriever
Der Curly-Coated Retriever ist die älteste Retriever-Rasse. Sie entstand
im 19. Jahrhundert, als ein Neufundländer mit einem Irish Water Spaniel
und später mit verschiedenen Pudeln gekreuzt wurde.
Der Curly-Coated Retriever ist ein
kräftiger, aktiver Hund mit freundlichem und selbstsicherem Wesen. Sein
Wach- und Schutztrieb ist gut ausgebildet, ohne jedoch aggressiv oder
bissig zu sein. Daher eignet er sich auch als beschützender Familienhund.
Vor allem in Verbindung mit seiner Bezugsperson sucht er aktive spielerische
und sportliche Betätigung. Durch seine Belastungsfähigkeit ist er auch
für die Jagd geeignet.
Mit einer Schulterhöhe von 63,5 bis 68,5 cm ist der Curly größer als die
anderen Retriever-Rassen. Er hat ein unverkennbares Haarkleid. Der gesamte
Körper, einschließlich der Rute und Läufen ist dicht mit kleinen, kurzen
und harten Locken bedeckt. Die Farbe ist schwarz oder leberfarben. Der
Curly hat einen langen, gutproportionierten, flachen Kopf mit langem und
kräftigem Kiefer und schwarzen oder dunkelbraunen Augen.
genaue Rassenbeschreibung
Rassestandard
Nova Scotia Duck Tolling
Retriever
Der Kanadische Kennel Club registrierte den Nova Scotia
Duck Tolling Retriever - auch Toller genannt - erst 1945 unter den reinrassigen
Hunden. Der Ursprung der Rasse geht wahrscheinlich auf die Paarung einer
leberfarbenen Wavy-Coated Retriever-Hündin mit einem Labrador-ähnlichen
Rüden zurück.
Der Toller ist sehr intelligent, gelehrig
und hat große Ausdauer. Er ist zudem anhänglich, jedoch auch wachsam,
ohne aggressiv zu sein. Eine besondere Eigenheit des Tollers ist, das
Wasserwild nicht nur zu apportieren, sondern vorher durch flinke, lustige
Bewegungen am Ufer anzulocken.
Dieser kompakte, kräftige, gut bemuskelte Hund ist mit einer Schulterhöhe
von 45 bis 51 cm der kleinste unter den Retriever-Rassen. Da er gezüchtet
wurde, um aus eisigen Gewässern zu apportieren, muss er ein wasserabweisendes
doppeltes Haarkleid haben. Dieses ist mittellang und weich, mit einer
noch weicheren Unterwolle. Die Farbe besteht aus verschiedenen Schattierungen
von rot oder orange - gelegentlich gekennzeichnet durch weiße Abzeichen
an der Brust, an den Pfoten und an der Rutenspitze.
genaue Rassenbeschreibung
Rassestandard
|