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Wangenekzem

Allgemeines
Beim "Wangenekzem" handelt es sich um eine akute, nässende Entzündung der Haut, die durch eine selbst verursachte Schädigung der Haut durch Beißen oder Kratzen ausgelöst wird. Die Ursachen für den vorhergehenden Juckreiz sind vielfältig. Flohbefall, Entzündung, Wasser oder Fremdkörper im äußeren Gehörgang, - irritierende Substanzen im Fell (Schmutz, Grannen, Teer,...), allergische Hautreaktionen, Milben u.a. Hunde mit dichtem Haarkleid - wie Retriever, Deutscher Schäferhund, Berner Sennenhund oder Bernhardiner sind für diese Erkrankung prädisponiert. Warmes, feuchtes Wetter begünstigt wegen der schlechteren Durchlüftung des Haarkleides das Auftreten.

Klinisches Bild
Innerhalb von Minuten bis Stunden entsteht eine nässende Hautentzündung mit hochgradiger Rötung und lokalem Haarausfall - beim Retriever besonders häufig im Bereich der Wangen, bei anderen Rassen eher an der Kruppe. Die Hautentzündung juckt und ist schmerzhaft. Die verbleibenden Haare sind verklebt und feucht. Die Hunde kratzen, reiben den Kopf am Boden oder nagen an den veränderten Stellen, wodurch ein Teufelskreis ausgelöst wird, der zu einer rapiden Verschlechterung in kurzer Zeit führt.

Diagnose
Das klinische Bild ist typisch. Bei Untersuchung von Gewebeproben zeigt sich eine eitrige Entzündung der Haarbälge (pyotraumatische Follikulitis / Furunkolose) oder eine oberflächlichere Hautentzündung (pyotraumatische Dermatitis).

Therapie
An den veränderten Stellen werden die Haare entfernt. Danach erfolgt eine Reinigung mit mildem Desinfektionsmittel. Die Schmerzhaftigkeit der Hautveränderungen erlaubt dies häufig nur unter Narkose. Danach werden die entzündeten Hautstellen lokal mittels juckreizstillender und bakterienhemmender Salbe behandelt. Eine zusätzliche Behandlung mittels juckreizstillenden Medikamenten über 5 bis 7 Tage sowie mit Antibiotika bis zu mehreren Wochen ist zur Abheilung notwendig. Besonders wichtig ist es jedoch, die Ursache für den primären Juckreiz zu bekämpfen (Flöhe, Entzündung des äußeren Gehörganges usw.). Das bedeutet, dass auf gute Fellpflege, regelmäßige Kontrolle und bei Bedarf Reinigung des äußeren Gehörganges und Parasitenprophylaxe Wert gelegt werden muss. Die Entzündungsneigung der Haut kann durch zusätzliche Fütterung mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren gemindert werden (Nachtkerzenöl, Distelöl). Beim Auftreten des typischen Erscheinungsbildes der Hautentzündung sollte umgehend der Tierarzt aufgesucht werden, um den Teufelskreis - Kratzen - Hautschädigung - Entzündung - Juckreiz/Schmerz - Kratzen zu unterbinden. Damit wird in der Regel eine rasche Wiederherstellung erreicht.

Vorbeugende Maßnahmen, außer den bereits genannten, stehen nach dem heutigen Wissensstand nicht zur Verfügung. Ebenso wenig kann eine erfolgreiche Behandlung die dauernde Beschwerdefreiheit garantieren.

Für den Inhalt verantwortlich:  Univ. Dozent Dr. Ewald Köppel,  Tierklinik Bruck a.d, Mur, Landskrong. 6, 8600 Bruck a.d. Mur, Tel.: 03862/58491


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