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Borreliose

Borreliose ist eine Infektionskrankheit, die bei Mensch, Hund, Katze, Pferd, Rind und Wildtieren auftreten kann. Beim Erreger Borrelia burgdorferi handelt es sich um Bakterien. Die Verbreitung ist weltweit in Gebieten, in denen bestimmte Zeckenarten vorkommen. In Osterreich ist die Infektion beim Menschen und Hund häufig, bei den anderen Tieren selten.

Die Ansteckung erfolgt ausschließlich durch Zeckenbiß. Andere lnfektionsquellen konnten trotz intensiver Forschung bisher nicht festgestellt werden. Hunde und Katzen, die ins Freie gehen, können Zecken mit ins Haus bringen. Zeckenschutz bei Hund und Katze verringert nicht nur das Infektionsrisiko bei Hund und Katze, sondern auch Ihr Risiko, sich mit Borreliose zu infizieren.

Die Inkubationszeit, die Zeit zwischen dem Biß einer infizierten Zecke und dem Auftreten von Krankheitssymptomen kann mehrere Monate betragen. Beim Hund kommt es am häufigsten zu Gelenkentzündungen mit Fieber und Inappetenz. Aber auch Erkrankungen des Gehirns, des Herzens und Nierenversagen mit tödlichem Ausgang können hervorgerufen werden.

Beim Menschen tritt das sogenannte "Erythema migrans" (roter Fleck mit relativ scharfem Rand um Zeckenbißstelle) und Meningitis (Entzündungen der Gehirnhäute) auf. Der Nachweis der Infektion erfolgt über klinische Untersuchung, Blutuntersuchung und bei Symptomen von Gehirnerkrankung auch durch Liquoruntersuchung (Liquor ist die Flüssigkeit zwischen Gehirn bzw. Rückenmark und deren umgebenden Häuten).

Die Therapie besteht in der Gabe von bestimmten Antibiotika über 2 – 4 Wochen (z.B. synthetische Penicilline, Tetracycline) meist in Tablettenform. Eine symptomatische Therapie kann zusätzlich je nach betroffenen Organen und Ausmaß der Erkrankung notwendig sein. Allerdings kann die Infektion trotz ausgezeichneter Therapie nicht immer zu 100 % ausgeheilt werden- d.h. es können Rückfälle auch nach längerer Zeit nach Therapieende auftreten.
Zur Vorbeugung sind folgende Maßnahmen sinnvoll:

Der Impfstoff Merilym kann ab der 12.Lebenswoche auch gleichzeitig mit anderen Impfstoffen des Erzeugers Merial/Rhone Merieux verabreicht werden (außer bei sehr kleinen Hunden). Er hat gegenüber den amerikanischen Impfstoffen den Vorteil, daß bei der Herstellung nur europäische Typen der Borelia burgdorferi verwendet wurden und damit ein sehr guter Schutz erzielt werden kann. Die Kosten für Untersuchung und lmpfung wurden von der Landeskammer der Tierärzte auf öS 400,- festgesetzt.

Keine Wirkung betreffend der Übertragung der Borreliose auf den Hund hat das Abnehmen der Zecken, wenn sich diese bereits gesaugt haben. Das Absuchen der Hunde ist trotzdem sinnvoll. Noch nicht festgesaugte Zecken können gefunden werden. Durch das Entfernen der festgesaugten Zecken kann die lokale Reaktion gemindert worden.
Die Impfung schützt ausschließlich vor der Erkrankung durch Borelien! Andere, durch Zecken übertragene Krankheiten wie zum Beispiel FSME und Babesiose können dadurch nicht verhindert werden.

Eine für den Hund geeignete Impfung gegen FSME ist derzeit nicht zugelassen (es gibt keinerlei wissenschaftlich fundierte Untersuchungen über die Wirkung des Menschen-Impfstoffes beim Hund) und FSME tritt im Gegensatz zur Borreliose beim Hund extrem selten auf.

lm Gegensatz dazu kann gegen Babesiose, an der sich Hunde besonders häufig in Ungarn anstecken, mittels eines per Sondereinfuhr importierten Impfstoffes ein lmpfschutz erzielt werden.

Für den Inhalt verantwortlich: Dr.Angelika Köppel, Tierklinik Bruck a.d, Mur, Landskrong. 6, 8600 Bruck a.d. Mur, Tel.: 03862/58491


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