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Ausstellung - Praxis

Die Ausstellung in der Praxis
von Peter F. Berchtold

Diese Zeilen spiegeln meine Eindrücke und Erfahrungen - vielleicht auch den einen oder anderen Kniff - wider, die ich im Laufe einiger Ausstellungsjahre gemacht habe. Hoffentlich kann ich Ihnen, obwohl in Schriftform, ein wenig von der Faszination vermitteln, die ich und viele andere auf Hundeausstellungen immer wieder aufs Neue empfinde.

Der Sinn und Zweck einer Ausstellung
Im Rahmen einer Ausstellung werden einem Formwert-Richter Retriever in Schönheits-Konkurrenz im Ausstellungsring vorgeführt. Durch das Richten werden die Hunde der Züchter unserer Rassen beurteilt. Es erfolgt durch die Formwert-Beurteilung auch eine mehr oder weniger starke Empfehlung zur Zucht. Daher ist die Teilnahme an Ausstellungen mit entsprechendem Erfolg auch in unserer Zuchtordnung zwingend vorgeschrieben. Ausstellungen haben daher nicht nur den Zweck einer Schönheitskonkurrenz, sie entscheiden auch zu einem gewissen Grad über die zukünftige Qualität unserer Retriever. Gerichtet wird nach den gültigen Rassestandards der FCI.

Die Präsentation - Ein Zusammenspiel von Retriever und Aussteller

Zielsetzung
Ziel ist es, unseren Retriever dem Richter optimal zu präsentieren, um eine möglichst gute Bewertung zu erhalten. Leider gibt es bekanntlich keinen absolut "fehlerfreien" Hund. Richtig ist aber auch, dass ein geübter Handler über kleine Schwächen des Hundes Dank gekonnter Präsentation hinweg täuschen kann. Nur hingehen, den Retriever irgendwie hinstellen und warten was passiert, kann womöglich zu wenig sein ! Aus diesem Grund hat sich beginnend in Amerika und Großbritannien ein "Stand" gebildet, der mehr oder weniger professionell Hunde vorführt. Man nennt das aus dem Englischen kommend "handeln" bzw. die Ausführenden "Handler". Viele glauben, dass in jedem Besitzer der beste Handler seines eigenen Hundes stecken kann. Man muss es eben einerseits wollen und andererseits an sich und seinem Gefährten arbeiten, d. h. genauso wie für eine andere Prüfung trainieren.

Die Aufgabe
Die Aufgabenstellung dabei ist, unseren Retriever so vorteilhaft zu präsentieren, dass seine Vorzüge besonders zur Geltung kommen bzw. seine kleinen Schwächen möglichst wenig ins Auge fallen. Der Hund soll sich im Ring aufmerksam und freudig, eben retriever-rassetypisch zeigen. Durch sein Auftreten im Ring soll er ein positives Bild abgeben und ein sicheres Wesen erkennen lassen. Ideal ist es, wenn der Blick des Richters quasi auf den Hund gezogen wird. Damit will ich sagen, dass der beste Handler unsichtbar agiert, d.h. nur bei Bedarf korrigierend eingreift, um je nach Situation seinem Retriever die notwendige Unterstützung zu leisten. Sparsame, effiziente Bewegungen, möglichst wenig in Erscheinung tretend, um so die Aufmerksamkeit des Richters ungetrübt auf den Hund zu konzentrieren, der seine Ausstrahlung, Persönlichkeit und sein Selbstbewusstsein dadurch optimal zeigen bzw. entfalten kann.

Der Handler
Der Handler muss unauffällig aber richtig einwirken, um so das bestmögliche Ergebnis in der geringen zur Verfügung stehenden Zeit (ca. 3-5 Minuten) herauszuholen. Denn der Richter kann nur das beurteilen, was er sieht ! Vergessen Sie nicht, dass ein Hund, der im Ring ein weniger gutes Bild abgibt, weil es nicht zuletzt am Ringtraining mangelt, noch selten gewonnen hat. Nicht selten, weil er entweder falsch aufgestellt oder in der unpassenden Geschwindigkeit vorgeführt wurde. Ein Retriever, der aufgrund richtiger Präsentation ein rassetypisches Gesamtbild vermittelt, wird auch die entsprechende Beurteilung finden. Der Einfluss von gekonntem Handling ist hier nicht zu unterschätzen. Im übrigen meine ich auch, dass unsere Richter ein Recht darauf haben, unsere Retriever entsprechend vorgeführt zu bekommen. Beobachten Sie andere Handler im Ring, fragen Sie erfahrene Aussteller. Nehmen Sie die Gelegenheiten wahr, die unser Klub bietet. Gerne wird man Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Vergegenwärtigen Sie sich den Rassestandard. Dort finden Sie am besten die Beschreibung der einzelnen Körperteile, aber auch die Wesensmerkmale. Sie selbst sollten die Qualitäten Ihres Hundes am allerbesten kennen. Genau das versucht der Richter ja auch. Er vergleicht die Qualitäten der ausgestellten Hunde mit dem Standard und beurteilt sie dementsprechend im Verhältnis zueinander. Innerlich ausgeglichen, Ruhe und Sicherheit ausstrahlend, erleichtern Sie sich und Ihrem Hauptdarsteller diese gemeinsame Aufgabe. Haben Sie Vertrauen zu Ihrem Retriever und glauben Sie an seine Qualitäten! Gewinnen jedoch kann immer nur einer! Bei der nächsten Ausstellung sieht womöglich wieder alles ganz anders aus.

Das Training - "Let’s get started !"
Besonders erfolgversprechend ist es natürlich, bereits mit dem jungen Retriever zu üben. Erfahrene Aussteller werden dies in Eigenregie können. Neulinge finden in den Züchtern erste Ansprechpartner. Das Training soll eher ein Spiel sein, besser kurz aber öfters üben! Wenn Sie und Ihr Hund erst einmal richtige Ausstellungsprofis sind, werden Sie merken, dass gelegentliche Auffrischung völlig ausreicht. Sparen Sie nicht mit Lob und Belohnung. Lassen Sie es nicht an Aufmunterung fehlen. Üben Sie OHNE Druck. Ringtraining (nicht Ringdressur) ist KEINE Unterordnungsübung. Zeigen Sie dem Hund liebevoll mit Ruhe und Konsequenz, was er tun und was er lassen soll.

Die Anforderungen ergeben sich durch den Ablauf im Ring eigentlich von selbst:
- Ihr Retriever soll über längere Zeit ruhig & aufmerksam stehen, wie Sie ihn "aufgebaut" haben.
- Ihr Retriever soll im Ring an lockerer Leine freudig neben Ihnen traben. Dies in der von Ihnen vorgegebenen Geschwindigkeit. Verwechseln Sie das bitte nicht mit der Leinenführigkeit aus der Unterordnung.
- Ihr Retriever soll sich am ganzen Körper von fremden Menschen (Richtern) angreifen lassen (z.B. zur Zahn-, Anatomie- & Hodenkontrolle).
- Ihr Retriever soll sich Mitbewerbern gegenüber rassetypisch freundlich verhalten und darf nicht aggressiv oder undiszipliniert sein.

Der Stand
Dies ist sicherlich die schwierigste Übung, wenn nicht schon im Jugendalter mit dem Training begonnen wird. Der Hund wird so "aufgebaut", d.h. in Position gebracht, wie es im Ring gefordert wird. So sind die im Standard geforderten Qualitäten des Hundes besonders gut zu sehen. Im Welpenalter kann dies auch auf einem Tisch geschehen. Mit der einen Hand wird anfangs unter dem Kopf gehalten, die andere "richtet" die Vorderläufe parallel. Ist dies geschehen, stellen Sie die Hinterläufe in die gewünschte Position. Fassen Sie dazu zuerst von hinten zwischen die Hinterläufe. Durch diese Griffe am Kopf bzw. zwischen den Hinterläufen stützen Sie den Stand. Bei Bedarf können Sie nun daran gehen, den Stand jedes einzelnen Laufes zu korrigieren. Gehen Sie dabei besonders ruhig vor, Hektik ist hier fehl am Platz. Auch wenn Sie jetzt glauben, dazu bräuchten Sie mehrere Hände, Sie werden bald merken, dass zwei Hände völlig ausreichend sind. Wenn sich Ihr Retriever erst einmal daran gewöhnt hat und gleich so verharrt, wie Sie es durch das Korrigieren für richtig halten, ist es keine Hexerei mehr. Steht Ihr Retriever nunmehr in der gewünschten Position, können Sie Kopf und Rute in der vom Standard gewünschten Position halten (eventuell Golden & Flat), oder aber loslassen (Labrador u.a.). Üben Sie zuerst mit Anleitung (Züchter, Ringtraining etc.) und unterstützen Sie Ihren Retriever auch verbal mit einem gleichbleibenden Kommando. Hilfreich zur Selbstdiagnose kann ein großer, bis zum Boden reichender Spiegel sein. Hier sehen Sie aus der Distanz, wie Sie Ihren Retriever zeigen.

Der nächste Schritt ist der freie Stand, d.h. der Hund bleibt in der gelernten Position frei stehen. Ihr Retriever kann dabei von Angesicht zu Angesicht vor Ihnen stehen. Mit der einen Hand halten Sie die Leine. Mit der anderen Hand versuchen Sie, die Aufmerksamkeit des Hundes zu gewinnen. Dazu eignen sich kleine, leicht zu zerkauende Leckerbissen (Käse, Leber, etc.). Ihr Retriever wird nach kürzester Zeit, selbst wenn sie nur an die Tasche mit den Leckerbissen greifen, aufmerksam vor Ihnen verharren. Sie haben gewonnen! Beachten Sie dabei, den Leckerbissen nicht zu hoch bzw. zu tief zu halten, um die richtige Haltung des Kopfes nicht zu verfälschen. Versuchen Sie nun auch ohne Leckerbissen auszukommen und dehnen Sie zuletzt die Dauer der Standübung sukzessive auf ein bis zwei Minuten aus.
Auf welche Art auch immer Sie Ihren Retriever präsentieren wollen, bleibt Ihnen überlassen. Nur vorteilhaft sollte es sein !

Die Bewegung
Gewöhnen Sie Ihren Retriever von Anfang an eine Ring- bzw. Vorführleine für Retriever. Das ist eine im Fachhandel erhältliche Kordel, die gleichzeitig Halsband und Leine ist. Üben Sie immer mit der Vorführleine, so verbindet Ihr Hund: Vorführleine = Ringtraining. Bringen Sie Ihren Hund nach und nach dazu, mit erhobenem Kopf links neben Ihnen freudig zu laufen. Achten Sie darauf, dass die Leine dazu vorteilhafterweise direkt hinter den Ohren am Hals sitzt. So können sich am schnellsten vorsichtig korrigieren. Unterstützen Sie Ihren Hund auch verbal! Der Retriever soll hier nicht zeigen, wie leinenführig er ist (= brav Fuß geht), sondern er soll sein raumgreifendes Gangwerk in der Bewegung präsentieren. Wählen Sie die richtige Geschwindigkeit, Sie werden dazu laufen müssen. Ein leichter Trab, kein Passgang ist hier gefordert. Dabei soll der Hund nicht ungestüm sein und Training erkennen lassen. Gezeigt werden soll ein freies, flüssiges Gangwerk!

Verbinden von Stand & Bewegung
Haben Sie anfangs noch möglichst ohne große Ablenkung geübt, so sollten Sie nun dazu übergehen, beispielsweise im Rahmen von Ringtrainings in der Gruppe, die Ablenkung geradezu zu suchen. Bedenken Sie, was sich auf einer Ausstellung im und um den Ring so abspielt. Auch die äußeren Umstände sind immer verschieden: Freigelände oder Halle, heiß, kalt oder gar regnerisches Wetter - alles ist möglich! Haben Sie sich und Ihren Retriever nun auf diese Weise vorbereitet, wir es Zeit, für eine Ausstellung zu melden. Vorteilhaft ist, wenn Sie als Probe aufs Exempel und zum Angewöhnen, schon ein- oder zweimal in der Jüngstenklasse ausstellen. Eine bessere "Übung" gibt es nicht. Sollte Ihr Retriever dazu bereits zu alt sein, ist das auch nicht weiter tragisch.
Sie werden sehen, wie Sie gemeinsam von Ausstellung zu Ausstellung besser werden. Nachzulesen und sehr gut mit zahlreichen, aufschlussreichen Fotos unterlegt in den Literaturhinweisen am Ende.

Die Ausstellung - Der Retriever
Selbstverständlich sollte sein, dass Ihr Retriever in gesundem, sauberem und gepflegtem Zustand präsentiert wird. Dazu gehört auch die Ohren-, Zahn- und Krallenpflege. Das Erscheinungsbild kann zusätzlich durch gekonntes Trimmen vorteilhaft beeinflusst werden. Der Züchter Ihres Retrievers hilft dabei sicher gerne. Nachzulesen und rassespezifisch sehr gut illustriert in den Literaturhinweisen am Ende. Auch Trimm-Videos sind erhältlich.

Die Ausstellung - Der Aussteller
Das Ausstellungsteam Retriever & Aussteller soll ein perfektes Gesamtbild abgeben. Dazu gehört es auch, dass der Aussteller entsprechend "erscheint". Hauptdarsteller im Ring ist immer der Hund. Berücksichtigen Sie aber bei der Auswahl Ihrer Kleidung immer die Zweckmäßigkeit. Witterungs- und Bodenverhältnisse spielen dabei nicht nur beim Schuhwerk (rutschfest & flach!) eine wesentliche Rolle. Sie müssen im Ring auch mehrere Runden laufen können. Ihrer Bewegungsfreiheit zuliebe, wählen Sie Ihre Bekleidung nicht zu eng, aber auch nicht zu weit. Lange, wallende Gewänder und offene Jacken beeinträchtigen die Präsentation. Vergessen Sie nicht auf die Möglichkeit, eventuell Leckerbissen und Bürste unterbringen zu können. Wählen Sie die Farbe Ihrer Kleidung so, dass sie einen Kontrast zur Farbe Ihres Retrievers bietet. Dieser Kontrast verstärkt die äußeren Linien Ihres Hundes.

Utensilien
Annahmebestätigung mit Zahlungsabschnitt, Impfpass, Ahnentafel, Leistungsheft, Vorführleine, Kamm & Bürste, Decke, eventuell Klappsessel, Handtuch, Leckerbissen, Napf, Futter und Wasser - das ist meine Standardausrüstung.
Noch ein Tipp:
Füttern Sie Ihren Retriever am Vortag der Ausstellung nicht zu spät. Sie vermeiden dadurch, dass sich der Hund träge und unvorteilhaft zeigt bzw. womöglich an den Leckerbissen kein Interesse findet.

Der Tag der Ausstellung
Reisen Sie zeitgerecht an, sodass keine unnötige Hektik entsteht! Geben Sie Ihrem Retriever genügend Zeit, sich auszulaufen, zu lösen und sich an das Umfeld zu gewöhnen. Nach der Kontrolle des Impfpasses suchen Sie den Ring auf und holen Ihre Startnummer vom Richtertisch ab. Befestigen Sie diese für alle gut sichtbar - am besten mit einem ÖRC-Showclip -, sodass Sie oder Ihr Hund weder von der Startnummer gestört werden, noch diese verlieren können. Bleiben Sie nach Beginn des Richtens beobachtend am Ring. Bringen Sie Ihren Retriever letztmalig kurz vor dem Richten Ihrer Klasse äußerlich, aber auch innerlich in "Form".
Ab jetzt gilt: Vollste Konzentration auf den eigenen Retriever!

Im Ring
Sie betreten den Ring bei Aufruf Ihrer Klasse und ordnen sich nach Ihrer Startnummer selbständig in die Reihe Ihrer Mitbewerber ein. Achten Sie auf genügend Abstand vor, hinter und seitlich Ihres Retrievers. Bauen bzw. stellen Sie Ihren Hund unaufgefordert parallel zum Richtertisch auf. Achten Sie dabei auf Bodenunebenheiten, stellen Sie die Vorderläufe nicht in eine Grube ! Konzentrieren Sie sich auf Ihren Retriever, aber achten Sie auch auf Anweisungen des Richters, der alle Retriever nunmehr überblicksmäßig im Stand prüfen wird.
Sie betreten den Ring bei Aufruf Ihrer Klasse und ordnen sich nach Ihrer Startnummer selbständig in die Reihe Ihrer Mitbewerber ein. Achten Sie auf genügend Abstand vor, hinter und seitlich Ihres Retrievers. Bauen bzw. stellen Sie Ihren Hund unaufgefordert parallel zum Richtertisch auf. Achten Sie dabei auf Bodenunebenheiten, stellen Sie die Vorderläufe nicht in eine Grube ! Konzentrieren Sie sich auf Ihren Retriever, aber achten Sie auch auf Anweisungen des Richters, der alle Retriever nunmehr überblicksmäßig im Stand prüfen wird.
Danach fordert der Richter die Gruppe zumeist auf, im Kreis zu laufen. Halten Sie auch hier Abstand zu den anderen, behalten Sie dabei Ihre Mitbewerber im Augenwinkel und wählen Sie die für Ihren Hund optimale Geschwindigkeit. Ein schöner, schneller, gleichmäßiger Trab, kein Galopp, so wie Sie es mit Ihrem Retriever geübt haben. Wählen Sie dabei die richtige Schrittlänge. Alles soll leicht aussehen. Halten Sie dabei (entgegen der Leinenführigkeit) eventuell auch seitlich Abstand zum Hund. Sie können dadurch die Bewegung des Retrievers viel besser sehen und korrigieren.
Nun kommt es zur Einzelbeurteilung. Nützen Sie die Gelegenheit, Ihren Retriever schon aufzustellen, wenn der Richter noch mit Erledigungen zum Vorbewerber beschäftigt ist. So präsentiert sich Ihr Hund gleich optimal vor dem Richter. Stellen Sie dabei den Hund nicht gegen eine Lichtquelle ! Halten Sie eine Distanz von ca. 3-5 Metern zum Richtertisch. Ihr Retriever wird vom Richter nun genau beurteilt. Meist wird gleich zu Beginn das Gebiss und bei Rüden die Hoden kontrolliert. Der Hund wird vom Richter abgetastet. Der Richter begibt sich wieder zum Richtertisch und diktiert die Bewertung. Mit Ausnahme der Gebiss- und Hodenkontrolle sollte Ihr Retriever, wie trainiert, zu seinem Vorteil im Stand präsentiert werden. Ihr Hund sollte ruhig und gelassen - mit möglichst wenig Unterstützung von Ihnen - ein perfektes Bild abgeben. Sie sollten nur bei Bedarf korrigierend eingreifen. Hier macht sich ständige Übung vor der Ausstellung eben bezahlt. Danach wird Sie der Richter auffordern, Ihren Retriever in der Bewegung zu zeigen. Achten Sie auf seine Anweisungen.
Zumeist wird das Laufen im Kreis, in gerader Richtung weg und wieder auf den Richter zu bzw. das Laufen im Dreieck gefordert. Diese Figuren geben dem Richter die Möglichkeit, das Gangwerk des Retrievers von allen Seiten zu begutachten. Nützen Sie den Ihnen im Ring zur Verfügung stehenden Platz. In den folgenden Abbildungen wurden die o.g. Figuren nochmals grafisch dargestellt:

Abb. 1 - Das Dreieck
Bei der Bewegung im Dreieck kann der Richter nacheinander das Gangwerk des Retrievers von hinten, von der Seite und von vorne prüfen. Der Handler muss die Form seines Dreiecks so wählen, dass der Richter ohne Mühe alle drei genannten Ansichten des Hundes gleich ausgiebig prüfen kann. Dies bedeutet, dass alle drei Seiten des Dreiecks von annähernd gleicher Länge sein sollen und die dem Richter gegenüberliegende Seite normal zu dessen Sichtlinie verläuft.

 

Abb. 2 - Geradeaus auf und ab
Diese Übung ermöglicht dem Richter die Beurteilung des Gangwerks eines Hundes von vorne und von hinten. Bei der Ausführung ist besonders darauf zu achten, dass der Retriever in gerader Linie vom Richter weg bewegt wird und dann, ohne abzustoppen, nach einer Wende nach links (Show-Wende) oder rechts (Wende nach innen) auf derselben Linie zurück zum Richter geführt wird, ohne dass dieser seinen Standort wechseln muss. Sollen zwei Hunde nebeneinander auf- und ab bewegt werden, so müssen beide Handler darauf achten, dass die Hunde direkt nebeneinander (auf gleicher Höhe) im Blickfeld des Richters laufen und, dass sowohl der Weg vom Richter weg als auch der Rückweg gleichzeitig gestartet werden.

 

Abb. 3 - Der Kreis
Der Richter fordert die Gruppe auf, im Kreis zu laufen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 Finale
Und nun das vorläufige Finale. Während der Richter seine Abschlussbemerkungen diktiert, haben Sie und Ihr Retriever noch einmal die Gelegenheit, alles zu zeigen und einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Bauen Sie nach dem Laufen Ihren Hund ein letztes Mal rasch und korrekt auf. So erwarten Sie das Richterurteil. Nach der Einzelbeurteilung reihen Sie sich wieder ein. Lassen Sie Ihren Hund dabei absetzen oder ablegen, auf diese Weise kann er kein unvorteilhaftes Bild abgeben. Gönnen Sie sich und Ihrem Retriever so eine Pause, während Ihre Mitbewerber beurteilt werden.

Geht das Richten des letzten Mitbewerbers Ihrer Klasse dem Ende entgegen, heißt es wieder aufzumerken. Alle Hunde werden wieder wie zu Beginn aufgebaut und schlussendlich erfolgt die Reihung durch den Richter. Danach darf ausgiebiges Lob für Ihren Retriever nicht fehlen!

Im Falle des Klassensieges Ihres Retrievers verbleiben die Unterlagen am Richtertisch. Sie halten sich und Ihren Hund für die weitere Konkurrenz bereit. Alle anderen Mitbewerber erhalten die Bewertungsbögen beim Verlassen des Ringes.

Fairness
Sportlich faires Verhalten vor, während und nach der Ausstellung ist eine Selbstverständlichkeit. Dazu gehört neben der Gratulation an Mitbewerber auch der Dank an den Richter für sein Urteil. Sollten Sie einmal nicht so zufrieden sein, was auch vorkommen soll, so freuen Sie sich auf das nächste Mal. Denn eines sollte immer klar sein:

Ihr Retriever ist in diesen wenigen Minuten im Ausstellungsring kein anderer geworden und Ihre Liebe zu Ihm auch nicht!

Literaturhinweise:
Valerie Foss, Das große Golden Retriever Buch, Kynos Verlag
Heather Wiles-Fone, Das große Labrador Retriever Buch, Kynos Verlag
Joan Mason, Flat-Coated Retrievers Today, Ringpress Books Ltd.
Strang / MacMillan, The Nova Scotia Duck Tolling Retriever, Alpine Publications Inc.
Elke Peper, Gutes Handling, Kynos Verlag
Video, Golden Retriever, Canine Coat Care, AMP Productions


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