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Jagd und Retriever
Die Retriever - ihre jagdl. Eigenschaften und ihre Entstehung

Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Jagdhunden, deren hervorstechendstes gemeinsames Merkmal, die Freude am Apportieren ist. Der Apportierwille ist so ausgeprägt, dass er der ganzen Gruppe seinen Namen gegeben hat (engl. to retrieve = apportieren).
Die Retriever gehen in ihrem Ursprung auf Hunde von Seefahrern und Fischern zurück, die es an die Küsten Nordamerikas (Neufundland, Labrador) verschlagen hatte. Als Helfer dieser rauhen Gesellen auf Schiffen und Booten war Wasserfreude Voraussetzung. Und da in diesen Regionen viele Monate winterliche Verhältnisse vorherrschen, durfte das Eiswasser den Hunden nichts anhaben. Deshalb das dichte, wasserabstoßende Haarkleid, das beim Labrador Retriever geradezu an einen Fischotter erinnert.

Und natürlich darf ein aus dem Netz springender Fisch nicht zu grob angefasst werden - wenn er seinen Wert behalten soll. So könnte man die Weichmäuligkeit erklären, auf die in der Zucht bis heute Wert gelegt wird und unter der man ein den Wert der Beute nicht minderndes Zugreifen des Hundes versteht. Diese Weichmäuligkeit ist übrigens nicht mit fehlender Wildschärfe zu verwechseln - auch ein Schwergewichtsboxer kann ein rohes Ei halten ohne es gleich zu zerquetschen. Aber noch weitere typische Eigenschaften mögen in der Vergangenheit dieser Rasse begründet sein, so etwa die hohe Aggressionsschwelle - ein Retriever ist normalerweise kein Wachhund - oder die "steadyness", am ehesten mit Standruhe zu übersetzen. Verständlich, denn möchten Sie mit einem unruhigen oder gar aggressiven Hund den Platz auf einem engen Boot teilen ? Vielleicht lässt sich auch das starke Bedürfnis zur Zusammenarbeit mit dem Führer, die diese Rassen auszeichnet mit diesem Platzmangel erklären. Und die gute Lenkbarkeit durch die Notwendigkeit, ins Wasser gefallene Gegenstände wieder herauszufischen.

Aber auch Fischer leben nicht nur auf Booten und ernähren sich nicht nur von Fisch - Enten boten eine willkommene Abwechslung auf dem Speisezettel und so mancher Landgang mag wohl auch mit der Jagd in den küstennahen Wäldern Nordamerikas verbunden gewesen sein.
Dieser Urahn der Rasse, über den nur wenige Aufzeichnungen existieren, war unter dem Namen St.John's Hund bekannt. Er dürfte dem heutigen schwarzen Labrador mit seiner kräftigen, tiefen Brust, seinem rückfettenden, wasserabstoßenden Fell und seinem Otterschwanz übrigens sehr ähnlich gesehen haben.

Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts kam der eine oder andere dieser Hunde auf Schiffen auch nach England. Die jagd- und hundebegeisterten Engländer erkannten die hervorragenden Eigenschaften und vor allem der englische Adel war erfreut über die Eignung für die Wasserjagd und nahm sich mit Begeisterung dieser Hunderasse auch züchterisch an.
Durch Einkreuzen u.a. von Settern und Spaniels entstanden neue Retrieverrassen wie der Flat coated Retriever (ein schwarzer, langhaariger, eleganter Hund) und der Golden Retriever, dem sein goldfarbenes Haarkleid den Namen gegeben hat. Wasserfreude, Aggressionsfreiheit, weiches Maul, Lenkbarkeit, Schuss- und Standruhe blieben neben guter Nase und jagdl. Passion weiterhin züchterische Auswahlkriterien. Die steigende Beliebtheit dieser Rassen als Familienhund ist bei diesen Allround-Eigenschaften verständlich.

Aufgabe des ÖRC, der alle Retrieverrassen in Österreich betreut muss es jedoch sein, das Verständnis für die jagdlichen Einsatzmöglichkeiten zu fördern und auf die jagdliche Brauchbarkeit hinzuweisen und so dazu beizutragen, dass das genetische Erbe dieser Rassen erhalten bleibt

(Foto:Brigitte Kaltenböck)


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